Juneau
Drei kleine Worte, die alles komplizierter machen

Ich liebe dich

Diese drei kleinen Worte, vor denen ich mich immer versteckt hatte, die ich noch nicht einmal ausgesprochen hatte.
Die mein Leben auf den Kopf gestellt haben.

Ich weiß nicht genau, wann mein Verstand den Kampf aufgegeben hat.
Ich weiß nur, dass mein Handeln, mein Denken und mein ganzes Leben von ihnen aufgewühlt wurde.

Das größte Problem ist glaube ich, dass wir beide von Anfang an gesagt haben, keine Gefühle.
Und das war ja auch absolut kein Problem.
Bis vor ein paar Wochen.

Seitdem meine Hormone und Gefühle allerdings das Steuer übernommen haben ist alles komplizierter, zumindest in meinem Kopf.

Was mache ich nur?
Sage ich es ihm?
Oder lieber noch warten?
Wie wird er reagieren?
Fühlt er auch wie ich?
Was wenn nicht?
Kann ich einfach so weiter machen ohne es ihm zu sagen?
Mache ich jetzt alles kaputt?

Diese Fragen spuken den ganzen verdammten Tag in meinem Kopf rum und ich kann nichts dagegen tun.
Ständig denke ich dran, dass er mich nicht will, dass ich alles kaputt machen werde, wenn ich es ihm sage.

Ich komme mir vor wie 15 und nicht wie fast 20...
Aber trotzdem mache ich mir all diese Gedanken, kann nichts dagegen tun.

Ironischer Weise hat eine Freundin von mir gesagt, ich solle es ihm einfach sagen, dann wären alle Karten auf dem Tisch und ich hätte Gewissheit.
Diesen Rat habe ich ihr Anfang des Jahres gegeben.... Und ich hatte große Lust etwas nach ihr zu werfen.

Das Problem ist, dass es einfacher ist, jemandem zu sagen was er tun soll, als es dann tatsächlich zu tun.

Denn hinzugehen und einfach „Ich liebe dich.“ zu sagen braucht wahnsinnig viel Kraft und Mut und ich habe keine Ahnung, woher ich bzw. irgendein Mensch diesen Mut nehmen soll.

Also ist die Situation die selbe wie vorher.
Wir sind Freunde, haben wahnsinnig viel wahnsinnig guten Sex.

In meinem Kopf spielt mir meine Phantasie nebenbei noch immer mal ein glückliches und ein grauenhaftes Szenario meiner Ehrlichkeit im Wechsel ab.
Jedes mal wenn ich kurz davor bin es ihm zu sagen öffnet sich mein Mund aber es kommt nichts raus.
Also lasse ich es.
Jedes Mal aufs Neue.
Es ist so erschöpfend.
Und ungesund und es hilft keinem von uns, aber so ist halt momentan die Situation.


Und wenn sich jetzt vielleicht jemand fragt, warum ich das online stelle, warum ich der ganzen großen Welt von meinem Gefühlschaos erzähle, dann kann ich darauf nur antworten...

Keine Ahnung.

Ich habe angefangen es für mich selbst aufzuschreiben.
In der Hoffnung, dass ich daraus eventuell eine Erleuchtung beziehen kann.
Aber es gibt keine Erleuchtung.
Es gibt nur die Möglichkeit es ihm zu sagen um mein Leiden zu beenden.
Aber woher nehme ich den Mut?
Wann weiß ich, das es richtig ist und mich nicht zerstören wird?
Wie lange kann man etwas für sich behalten, dass so schmerzlichst gesagt werden will?
5.12.16 18:13


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Ich und mein Chaos

Ich habe gerade angefangen, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Nachdem ich aus Neuseeland wieder nach Deutschland kam, war die Situation etwas angespannt.
Ich hatte mich verändert, doch zu Hause war alles beim Alten geblieben. Ich hatte noch die selben freunde, die selbe Familie, die selbe Wohnung, doch trotzdem sah ich alles mit vollkommen anderen Augen.

Das führte zu Spannungen und auch zum ein oder anderen Streit mit meiner Mutter.
Dazu kam, das ich immer noch keine Ahnung hatte, was ich machen will.

Nach einigen Diskussionen über verschiedene Zukunftsperspektiven entschied ich mich also eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau in Leipzig zu machen.
Im Nachhinein vermutlich eine ziemlich gute Entscheidung.

Also bin ich im Juli nach Leipzig gezogen, habe hier mittlerweile ziemlich gute Freunde, bin mit meiner Arbeit glücklich und hab ein schönes WG Zimmer.

Und ich bin ihm begegnet.
Er arbeitet gleich bei mir um die Ecke und wir haben irgendwann angefangen und ab und an mal zu unterhalten wenn grade nicht viel los war.

Es hat angefangen, wie jede andere meiner Beziehungen, als Bettgeschichte.
Man musst dazu sagen, dass ich durch einige schlechte Erfahrungen mit Männern ein ziemliches Bindungsproblem habe/ hatte.

Ich habe Mauern um mein Herz gezogen um jeder Möglichkeit verletzt zu werden vorzubeugen.

Sex war das einzige, was ich an Nähe und Bindung zulassen konnte.
Und Freundschaft.

Und ich will nicht lügen, der Sex mit ihm ist echt phantastisch und das jedes Mal aufs Neue.

Anfangs haben wir uns immer nach der Arbeit in einer Bar getroffen, haben was getrunken, gelacht und uns die halbe Nacht um die Ohren geschlagen.
Irgendwann habe ich dann praktisch schon bei ihm gewohnt, wir waren ja eh jeden Abend da.

Alles war in Ordnung, ich war ja davon überzeugt, dass wir nur „Freunde“ waren.

Als ich dann jedoch irgendwann wieder immer öfter in meiner Wohnung geschlafen habe, einfach, weil es sich zeitlich nicht ergeben hat, hat es mir langsam gedämmert.

Ich vermisste es, jeden Abend neben ihm einzuschlafen und aufzuwachen.
Wollte einfach immer mehr Zeit mit ihm verbringen, seine Hände und seine Lippen überall und immerzu auf meinem Körper spüren.

Und dann kam diese eine Woche, die für mich ausschlaggebend war.
In dieser Woche haben wir kaum geschrieben, uns kaum gesehen und Sex hatten wir schon gar nicht.
Ich erwischte mich immer öfter dabei, wie ich überlegte was er jetzt macht.
Wie ich mir den Kopf zerbrach, ob „Wir“ überhaupt ein Thema waren.
Ob es vielleicht nur ein kurzes aber intensives Vergnügen gewesen war?

Und ich merkte, es war mir wichtig, dass wir wenigstens noch Freunde sein würden.

Und dann änderte sich die Situation wieder komplett.
Wir sahen uns wieder häufiger, hatten noch mehr Sex, manchmal mehrmals am Tag aber mindestens zweimal täglich.
Wir redeten und lachten wieder viel.

Und ich war so erleichtert.
Doch das wollte ich nicht wahr haben, ich wollte mir nicht eingestehen, wie viel ich schon für ihn empfand.

Bis heute hat sich an der Allgemeinsituation nicht viel verändert.

Ich merkte nur, dass ich immer mehr wollte. Immer mehr Küsse, mehr Sex, mehr Zeit, mehr unternehmen, egal was.
Hauptsache, er war bei mir.

Irgendwann Ende Oktober/ Anfang November habe ich endlich realisiert, dass er sich in mein Herz geschlichen hatte.
Leise und ohne jede Vorwarnung.

Und es traf mich wie ein Schlag.

Und damit fängt das Chaos an...
5.12.16 17:38


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